Und, was fandst Du am besten beim Kirchentag? Schon innerhalb der Familie gibt es darauf ganz unterschiedliche Antworten: Der Eröffnungsgottesdienst war für mich so eindrücklich: Die meistbefahrenste Kreuzung von Dortmund wird komplett gesperrt, und Menschen aus ganz Deutschland kommen zusammen, um gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Da sitzen wir auf dem Asphalt der Bundesstraße oder wir stehen in einer Fußgängerzone daneben, und wir alle sind dadurch miteinander verbunden, dass wir mitten in der Stadt singen und beten, hören und reden. Die Kletteraktion – dass wir Jugendliche mit Klettergurt auf der Himmelsleiter mehrere Meter in die Höhe kletterten und von dort einen Überblick über so viele Menschen hatten. Die Energie und die Entschlossenheit von vielen tausend Menschen, die in einer großen Halle Vorträge und Diskussionen über den Klimawandel hörten und sich gemeinsam versprachen: Jetzt ist die Zeit, etwas zu ändern, und wir sind die, die dabei vorangehen werden. 

Jede, die beim Kirchentag mit dabei war, hat ihre eigenen besonderen Momente erlebt. Zugleich war es gut, dass wir uns gemeinsam auf den Weg machten, denn als Alleinreisende hätte man sich unter den 100.000 anderen Kirchentagsbesuchern nicht verloren gefühlt. Daher machte sich am Mittwochmorgen, den 19. Juni 2019, ein Bus mit 50 Personen auf den Weg nach Dortmund. Eingeladen hatte ein Vorbereitungsteam aus der Kreuzkirche und der Friedenskirche, und es fuhr eine sehr bunt gemischte Gruppe an Menschen los. Sie kamen aus ganz Ludwigsburg, waren im Alter zwischen 8 und über 70 Jahren und brachten sehr verschiedene Kirchentagserfahrungen mit: Einige hatten schon über 15 Kirchentage besucht, andere kamen das erste Mal mit. Mehr als die Hälfte der Gruppe wohnte zusammen in einer Gemeinschaftsunterkunft, in klassischer Kirchentagsart auf Isomatten in einer großen Schule (und schlief dabei meist besser, als im Vorhinein befürchtet). Der Rest war auf Privatquartiere verteilt. Tagsüber schwärmte man in größeren oder kleineren Gruppen zu den Veranstaltungen aus, die einen besonders interessierten: zu Konzerten und Vorträgen, zu Bibelarbeiten und Diskussionsrunden. Abends im Quartier tauschte man sich noch über das Erlebte aus und teilte Tipps und Pläne für den nächsten Tag. So bekamen wir auf verschiedenste Weise Einblicke in das Großthema dieses Kirchentages: Was für ein Vertrauen! Zugleich wuchs das Vertrauen innerhalb der Gruppe. 

So gilt zumindest für unsere Familie: Wir planen, auch 2021 auf den Kirchentag zu fahren, dann nach Frankfurt. Überlegen Sie doch schon einmal, ob Sie nicht mitkommen wollen! 

Pfarrer Martin Wendte