Friedenskirche
   

Kennen Sie das erste spannende Gefühl, das beim Betreten eines unbekannten Raumes, der etwas besonderes verspricht, aufkommt? Die Augen fahren den Raum ab wie ein Suchscheinwerfer, der Mund steht meist offen, als wolle er den Raum schmecken. In der Regel bleibt man stehen, um erst mal mit allen Sinnen den Ort zu erfassen, den man gerade aufgesucht hat. Je interessanter die Architektur, die Raumausstattung, die Farb- und Lichtgebung, desto länger bleiben die Sinne in einer offenen staunenden Haltung.

So ähnlich geht es vielen Besuchern und Besucherinnen der Ludwigsburger Friedenskirche - vor allen Dingen dann, wenn sie protestantische Schlichtheit erwarten. Ein imposantes neobarockes Kirchenschiff schafft geradezu spontan ein Gefühl für Freiraum und Weite, mit einer Dimension des Himmlischen am Deckenfresko, welches sich rund 20 m über dem Kirchenboden ausweitet.


Doch dann, in Konkurrenz zur Sogwirkung des Raumes der "Goldene Christus" der Friedenskirche, der einen aus dem Altarraum anstrahlt und mit geradezu lässiger Geste oder eher wie ein Schutzpatron einlädt, im Kirchenraum Platz zu nehmen, um in aller Ruhe mal bei sich selbst bleiben zu dürfen, um Kraft zu schöpfen, da er, der Christus, einen Schutzraum garantieren kann.

Die Friedenskirche in Ludwigsburg bei Stuttgart wurde in ihrer 100-jährigen Geschichte zu einem städtischen Zentrum für eine offene Spiritualität, der alles Zwanghafte fern ist und mit ihren 1000 Sitzplätzen zu einem Ort der Kultur, mit unterschiedlichsten Konzerten und wechselnden Ausstellungen.

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